Betrug von Lohnfortzahlung

Wird ein Mitarbeiter krank, bleiben Projekte unbearbeitet und Wichtiges unerledigt. Für Arbeitgeber ist der Ärger besonders groß, wenn die vermeintliche Krankheit des Angestellten nur vorgetäuscht ist und er durch das Entgeltfortzahlungsgesetz verpflichtet ist, das volle Gehalt weiterzuzahlen. Unternehmer können betrügerischen Mitarbeitern aber auf die Spur kommen.

Ist der Mitarbeiter krankgeschrieben, muss der Arbeitgeber davon ausgehen, dass es seinem Angestellten nicht gut geht. Schätzungen des Forschungsinstituts zur Zukunft der Arbeit (IZA) zufolge meldeten sich vergangenes Jahr aber 21 Prozent der insgesamt 29 Millionen sozialversicherungspflichtigen Arbeitnehmer ohne jeden Grund krank. Besteht der Verdacht, dass der Mitarbeiter seine Krankheit nur vortäuscht, haben Unternehmer zunächst keine rechtliche Handhabe tätig zu werden.

Besteht an der Arbeitsunfähigkeit jedoch kein Zweifel, greift das Entgeltfortzahlungsgesetz: Erkrankt einer Ihrer Mitarbeiter, sind Sie verpflichtet, ihm für die Zeit der Arbeitsunfähigkeit das Gehalt weiterzuzahlen, allerdings für maximal sechs Wochen, was sich aus dem Entgeltfortzahlungsgesetz ergibt. Das heißt, Sie als Arbeitgeber sind in jedem Fall verpflichtet, zunächst nur für sechs Wochen das Gehalt zu zahlen. Anschließend tritt die Krankenversicherung in Kraft und zahlt das (reduzierte) Krankengeld – egal, ob die weitere Krankheit die ursprüngliche Krankenzeit von sechs Wochen verlängert.

Betrug von Lohnfortzahlung: Kein Kavaliersdelikt

Nehmen sich Mitarbeiter spontan „frei“ und melden sich dabei auch noch arbeitsunfähig, ist das kein Kavaliersdelikt, sondern Betrug und ein ernst zu nehmender Straftatbestand. Verfolgt wird dieser aber nur, wenn der Unternehmer Beweise vorlegen kann, die seinen Mitarbeiter eindeutig überführen. Chefs sollten aber nicht selbst Nachforschungen anstellen und dabei den vermeintlichen Betrüger bis nach Hause verfolgen: „Von Aktionen auf eigene Faust ist dringend abzuraten“, denn die Sicherung gerichtsfester Beweise und eine professionelle Observation sind nichts für Laien“. Außerdem haben Unternehmer meist gar nicht die Zeit, den eigenen Mitarbeitern nachzustellen.

Als Arbeitgeber darf man aber externe Fachleute wie Detektive bei dem Verdacht auf Lohnfortzahlungsbetrug einschalten und hierbei sogar personenbezogene Daten wie Name und Anschrift des Mitarbeiter herausgeben. „Das spart dem Unternehmer nicht nur weitere Ausfälle und Unkosten, sondern auch das Risiko eines langwierigen und kostspieligen Prozesses vor dem Arbeitsgericht.

Bestätigt ich der Verdacht des Lohnfortzahlungsbetrugs, ist eine fristlose Kündigung nur noch Formsache. Zudem muss der Arbeitnehmer mit strafrechtlichen Folgen rechnen.

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