Ursachen für Mitarbeiter Diebstahl

Ein leidiges Thema mit oft unbekannten Ursachen. So meint man jedenfalls und dabei liegen zahlreiche Gründe vor warum Mitarbeiter ein unehrliches Verhalten an den Tag legen und das eigene Unternehmen bestehlen.

Unehrliche Mitarbeiter im Einzelhandel

Als Detektei mit Schwerpunkt des Loss Prevention Managements haben wir es häufig mit Mitarbeiter Diebstählen zu tun. Dieses Phänomen ist in den statistischen Werten nicht zu vernachlässigen, macht es doch einen erheblichen Anteil in den Inventur-Differenzen aus. Cirka 30% aller Inventurverluste können untreuen und unehrlichen Mitarbeitern zugeordnet werden, wobei die Dunkelziffer sicherlich noch einige Prozentwerte versteckt.

Besonders der Einzelhandel ist von diesem negativen Ereignis betroffen, wobei aber auch in anderen Branchen entsprechende Vorgänge Berücksichtigung finden. Im Einzelhandel, welcher schon durch unehrliche Kunden jährlich in Milliarden Höhe geschädigt wird, ist die Situation jedoch als dramatisch zu betrachten.

Gründe für Mitarbeiterdiebstahl

Warum bestehlen die Mitarbeiter das eigene Unternehmen? Diese Frage kann man nicht auf Anhieb beantworten. Gründe gibt es hier zahlreiche festzustellen. Auch die Art der unehrlichen Handlung kann in zahlreiche Bereiche einsortiert werden. Präventiven Maßnahmen, also klare Regeln und Kontrollen können entsprechenden Schutz bieten aber wird damit das Motiv des unehrlichen Mitarbeiters auch in Schranken gesetzt? Mit Sicherheit nicht, es wird dem Mitarbeiter nur schwerer gemacht seinen Diebstahl, seinen Betrug, seine Unterschlagung auszuführen. Verhindert wird er damit aber noch nicht. Der „Unehrliche“ Mitarbeiter ist und bleibt ein Risiko für das Unternehmen.

Fehlende Motivation als Ursache für den Mitarbeiter Diebstahl

Neben vielen anderen Gründen kann auch die fehlende Motivation von Mitarbeitern ein Grund sein, Straftaten gegen den eigenen Arbeitgeber auszuführen. Besonders im Einzelhandel kann dieses besonders leicht festgestellt werden. Hohe Arbeitsbelastung, geringe Wertschätzung, schlechte Bezahlung, fehlende soziale Kompetenz von Vorgesetzten und zahlreiche weitere Faktoren können Mitarbeiter demotivieren und zu unehrlichen Mitarbeitern werden lassen.

Fall aus der Praxis unserer Detektei
Ein Filialist hat mehrere Niederlassungen geschlossen. Die Mitarbeiter hatten nun die Qual der Wahl. Entweder sie suchen sich eine neue berufliche Herausforderung oder sie wechseln in weit gelegene Niederlassungen, was somit mit einem zeitlichen Mehraufwand und auch höhere Kosten für den Mitarbeiter verbunden ist. Auch wurde bei der Entscheidung nicht berücksichtigt, dass aus bisherigen Filialleiter/innen wieder normale Verkaufsmitarbeiter wurden, da in den neu zugewiesenen Filialen diese Funktionen bereits besetzt gewesen sind.

Was einerseits vom Arbeitgeber als durchaus positiv gewertet werden kann, ist der Umstand dass er seine Mitarbeiter nicht ohne Beschäftigung gelassen hat. Die Überlegung welche negativen Ereignisse jedoch einen derartigen Umstand begleiten wurden hierbei jedoch nicht berücksichtigt.

Fazit: Das Unternehmen hat sich selbst ein enorm hohes Risiko geschaffen. Frustrierte, demotivierte und auch aus finanzieller Sicht, arg in Mitleidenschaft gezogene Mitarbeiter.

Soziale Ängste veranlassen zum Mitarbeiter Diebstahl

Neben der Demotivation kommt nun ein zweiter negativer Effekt zum Tragen und zwar der finanzielle Nachteil welcher mit dieser Versetzung verbunden ist. Hat der Mitarbeiter zuvor monatlich ca. 100 Euro für seinen Arbeitsweg kalkulieren müssen, stehen nun auf einmal 250 bis 300 Euro in der Kalkulation. Und genau dieser finanzielle Nachteil kann unangenehme Nebeneffekte für das Unternehmen generieren.

Man mag nun meinen hier den schwarzen Peter bei dem Arbeitgeber suchen zu wollen. Dieses ist definitiv nicht der Fall. Vielmehr geht es darum die verantwortlichen Mitarbeiter in den Personalabteilungen auf dieses Thema hinzuweisen und zu sensibilisieren. Gut gemeint ist eben nicht immer gut gelöst.

Ein schwieriger Grad für den Arbeitgeber.

Kommen wir nun auf unser zuvor genanntes Praxis Beispiel zurück, dann waren hier 70 Mitarbeiter von der Entscheidung betroffen. Einige haben diesen Wechsel als „Überbrückung“ betrachtet und in ihrer näheren Umgebung neue Anstellungen gefunden und somit auch wieder etwas mehr an sozialer Sicherheit. Von den verbliebenen 56 Mitarbeitern konnten im Zeitraum von 12 Monaten gesamt 11 unehrliche Mitarbeiter durch den Einsatz von Detektiven festgestellt werden. Die Begründung für die festgestellten Straftaten war in allen Fällen identisch – „Wie hätte ich den über die Runden kommen sollen“ und „fehlende Motivation und Anerkennung“.

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